Bevor ich anfange – was ist überhaupt „Lager“. Für mich ist all das Lager, was einem physischen Gegenstand eine Heimat bietet. Sei es kurzfristig (zerknülltes Papier im Korb) oder langfristig (Farbe an der Wand). Inhalt dieses Lagers können Dinge zum Verbrauchen sein (Farbe im Eimer), zum Verkaufen (Farbeimer im Verkaufsregal) oder Dinge zum Gebrauchen (Schlüssel, Farbwalze, Regal für Farbeimer). Physische Dinge zum Anfassen. Dinge, die Raum einnehmen, auch wenn er noch so klein ist. Dinge, die verwendet werden, um etwas zu erschaffen. Dinge, die Teil eines anderen Dings werden oder die dabei helfen, Dinge zu verändern.

Materialien. Werkzeuge. Schlüssel.

Gut, streng genommen sind Schlüssel Werkzeuge. Aber so wichtig, dass sie eine eigene Kategorie bekommen.

Ohne Lager kein Unternehmen, so wie ohne Herz kein Mensch. Das Lager gibt dem Unternehmen noch keinen Sinn, aber es bestimmt maßgeblich, wie das Unternehmen seine Arbeit (Kunden glücklich machen, etwas „da draußen“ verändern) verrichten kann. Es pulsiert, nimmt Ware auf und gibt sie wieder frei. Es kann Sicherheit bieten oder verunsichern. Den Arbeitsablauf erleichtern oder erschweren. Motivieren oder entmutigen.

Das Lager wird meist erst dann beachtet, wenn es nicht mehr funktioniert. Wenn Materialien verschwinden, defekte Werkzeuge mit auf die Baustelle genommen und Kundenschlüssel stundenlang gesucht werden. Dann braucht es große Anstrengung, um es zumindest für einige Zeit wieder funktionstüchtig zu machen.

Ein funktionierendes, transparentes Lager gibt Aufschluss über den Zustand eines Unternehmens. Offensichtlich: Liquidität, Warenumschlag, Verschwendung durch Suchzeiten. Weniger offensichtlich: Kundenzufriedenheit, Mitarbeitermotivation und Führungsqualität der Geschäftsführung.

Welchen Stellenwert hat Ihr Lager für Sie? Welchen für Ihre Mitarbeiter? Und was würde sich für Ihr Unternehmen ändern, wenn dieser Stellenwert erhöht würde?

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