Stück für Stück.

Das eigene Lager in den Griff zu bekommen ist für viele Unternehmen eine ähnlich große Aufgabe, wie das Verspeisen eines Elefanten. Oder der gesamten Ernte eines ausgewachsenen Walnussbaums für die Vegetarier. Über die Jahre sammelt sich einiges an. Baustellenrückläufer, Sonderangebote und Fehlbestellungen führen dazu, dass immer mehr „Zeug“ die Regale füllt. So wird es Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr immer schwieriger, die Übersicht zu behalten. Nur wenige Mitarbeiter können dann noch wichtige Materialien und verkaufsfähigen Produkte von denjenigen unterscheiden, bei denen entweder bereits die Garantie abgelaufen ist, oder durch einen Sortimentswechsel die Wahrscheinlichkeit gegen 0 geht, dass diese noch verkauft werden.

Der Berg wächst und damit der Respekt vor der Aufgabe, diesen Stück für Stück wieder abzutragen. Doch die Alternative ist auch nicht gerade rosig. Suchen ist kostbare Arbeitszeit und Material, das nicht verkauft wird, totes Kapital. Die Liquidität leidet, die Mitarbeiterzufriedenheit ebenso und es wird schon fast peinlich, Kollegen, Lieferanten oder gar Kunden das Lager zu zeigen.

Wie also die Herausforderung meistern? Stück für Stück. Fangen Sie mit einem Regal an. Mit einer Kiste. Mit einer Schublade. Nehmen Sie einen Gegenstand nach dem anderen in die Hand und entscheiden Sie, ob dieser einen eigenen Lagerplatz verdient hat, da er häufig gebraucht wird, ob er guten Gewissens und vor allem gut dokumentiert in einem Sammelbehälter landet oder ob er entsorgt werden kann. Wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie die mittlere Variante und schauen Sie nach drei Monaten oder nach einem halben Jahr den Sammelbehälter nochmals durch.

Sobald Sie auf diese Weise die Materialien sortiert haben, erfassen Sie diese direkt in der App. Anschließend drucken Sie für die wichtigen Materialien und die Sammelbehälter Etiketten aus. So weiß direkt jeder Mitarbeiter, was im Lagerort liegt und wo die Materialien gefunden werden.

Diesen Vorgang wiederholen Sie wann immer Sie 15 Minuten Zeit haben. Am besten schnappen Sie sich dafür noch einen Mitarbeiter oder Auszubildenden, um Ihre Gedanken beim Sortieren direkt weiterzugeben. So können Sie die Aufgabe bald weitergeben und die Verantwortung für Ihre Lagerartikel an diejenigen übertragen, die mit diesen täglich arbeiten.

Wenn Sie zum Vorgehen Fragen haben oder persönliche Unterstützung benötigen: Melden Sie sich gerne. Ich habe bereits einige Aufräumaktionen begleitet und unterstütze Sie gerne dabei, Ihren Elefanten fachmännisch zu zerlegen. Und gegen Walnüsse habe ich auch nichts einzuwenden.

Ihr Steffen Grell

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