Die erste Regel für ein funktionierendes Lager:

Alles (Verbrauchsmaterial, Werkzeuge, Schlüssel) hat einen Platz.

Solange etwas noch keinen definierten Platz hat, gibt es einen Platz für Dinge ohne Platz. Dieser Sammelort wird regelmäßig (täglich oder wöchentlich) bereinigt, indem die Dinge einen Platz bekommen.

Der Lagerplatz sollte so ausgelegt sein, dass er die übliche Anzahl eines Materials (z.B. Mindestbestand + Bestellmenge) aufnehmen kann. Doch was, wenn von den Fittingen noch 20 Stück bei verschiedenen Mitarbeitern im Auto schlummern und diese zeitgleich der Meinung sind, dass diese doch besser im Hauptlager aufgehoben sind? Oder das Angebot des Außendienstlers so interessant ist, dass aus den üblichen 10 Tuben Silikon doch mal 20 werden? Dann kann es schnell passieren, dass der Lagerplatz zu klein wird.

Normalerweise bedeutet das:

  1. Was zu viel ist, wird irgendwie noch reingestopft. Es quillt dann über in die angrenzenden Lagerplätze oder landet hinterm Regal.
  2. Was zu viel ist, wird an einen ganz anderen Ort gelegt. Dort wird es entweder vergessen oder tatsächlich im system erfasst und verwaltet, was ziemlich umständlich ist. Jetzt müssen nämlich immer zwei Lagerorte überprüft werden. Falls der Hauptlagerplatz leer wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Material einfach wieder bestellt wird, ohne nach dem zusätzlichen Lagerplatz zu schauen.

Eine bessere und recht einfache Alternative: Pufferorte.

Planen Sie mit diesen Fällen. Reservieren Sie ein Regal oder das oberste Fach der Regale als Puffer.

Gehen Sie anschließend folgendermaßen vor:

  1. Beschriften Sie die Pufferfächer mit Etiketten.
  2. Legen Sie in jedes Pufferfach ein DinA5-Blatt, das mit der jeweiligen Fach-Nummer beschriftet ist.
  3. Wenn ein Fach voll ist, legen Sie die überschüssigen Materialien in ein freies Pufferfach.
  4. Legen Sie den Zettel des Pufferfachs unter die Materialien im Hauptlagerort.
  5. Sobald die Materialien im Hauptlagerort aufgebraucht sind, nehmen Sie die Materialien aus dem Pufferfach und legen Sie sie wieder zurück in den Hauptlagerort.
  6. Jetzt wandert der Zettel des Pufferfachs wieder zurück.

So weiß jeder Mitarbeiter stets, dass weiteres Material verfügbar ist.

Vom höchsten Ordnungssinn ist nur ein Schritt zur Pedanterie.

Christian Morgenstern

Eigentlich hatte ich tatsächlich vor, es mir Sonntags einfach zu machen. Zitate herauszusuchen macht Spaß, geht schnell und schon ist der Blogeintrag fertig.

Aber jetzt, da es so weit ist, kam eine neue Idee. Ich nutze den Sonntag, um über ein Thema zu schreiben, das nicht direkt mit dem Lager oder mit Lager im Griff zu tun hat. Einfach, weil es mir Spaß macht. Wenn es Ihnen von Nutzen ist, um so besser.

Ich habe gerade ein Video angeschaut, in dem es um die persönliche Vorstellung bei einer Netzwerkveranstaltung geht. Jemand fragt Sie: Und, was machen Sie? Und Sie antworten…

Bisher habe ich darauf geantwortet: „Ich habe eine Software entwickelt, mit der Servicebetriebe ihre Materialien, Schlüssel und Werkzeuge einfach verwalten können.“ Das stimmt und ist langweilig. Gut, es ist besser, als wenn ich in die verschiedenen Programmiersprachen einsteige. Aber dennoch kann nach so einem Satz die Unterhaltung schnell beendet sein.

Besser ist es, die Frage nach der Tätigkeit als eine Einladung zu sehen. Die meisten Netzwerkveranstaltungen sind langweilig. Man unterhält sich mit denjenigen, die man bereits kennt und mit Glück wird einem jemand neues vorgestellt. Beide wissen nicht genau, über was man sich unterhalten soll (ich bin auf jeden Fall kein Fan von Wetterberichten oder den letzten Bundesligadebakeln) und so fragt man aus Höflichkeit nach der Tätigkeit.

Jetzt ist die Gelegenheit da, die Einladung anzunehmen und Spannung aufzubauen. Statt „Ich bin Steuerberater“ oder „Ich habe einen kleinen Installationsbetrieb für Sanitär und Heizung“ könnten Sie sagen: „Ich helfe Unternehmern, besser zu schlafen.“ oder: „Ich sorge dafür, dass das Handwerk wieder einen besseren Ruf bekommt.“ Solche Aussagen (Ihnen fällt sicherlich noch etwas besseres ein) erzeugen Spannung und laden zum Nachfassen ein: „Wie meinen Sie das genau?“

Jetzt könnten Sie natürlich wieder zur klassischen Vorstellung übergehen und die Spannung ist dahin. Oder Sie erzählen eine Geschichte. Wie Sie Ihrem Lieblingskunden aus einer schwierigen Lage geholfen haben oder was Ihre Mitarbeiter bei dem Projekt genau gemacht haben, für das Sie den handgeschriebenen Dankesbrief bekommen haben.

Wie Sie zu so einem Vorstellungssatz kommen können, wird im Video bestens mit vielen Beispielen beschrieben. Der einzige Haken: Es ist auf Englisch. Wenn Sie lieber noch ein paar Tipps auf Deutsch haben wollen, schreiben Sie gerne einen Kommentar.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag,

Ihr Steffen Grell

PS: Ich selbst arbeite auch noch an meinem Satz. Sobald er fertig ist, werde ich berichten und verlinken.

Stück für Stück.

Das eigene Lager in den Griff zu bekommen ist für viele Unternehmen eine ähnlich große Aufgabe, wie das Verspeisen eines Elefanten. Oder der gesamten Ernte eines ausgewachsenen Walnussbaums für die Vegetarier. Über die Jahre sammelt sich einiges an. Baustellenrückläufer, Sonderangebote und Fehlbestellungen führen dazu, dass immer mehr „Zeug“ die Regale füllt. So wird es Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr immer schwieriger, die Übersicht zu behalten. Nur wenige Mitarbeiter können dann noch wichtige Materialien und verkaufsfähigen Produkte von denjenigen unterscheiden, bei denen entweder bereits die Garantie abgelaufen ist, oder durch einen Sortimentswechsel die Wahrscheinlichkeit gegen 0 geht, dass diese noch verkauft werden.

Der Berg wächst und damit der Respekt vor der Aufgabe, diesen Stück für Stück wieder abzutragen. Doch die Alternative ist auch nicht gerade rosig. Suchen ist kostbare Arbeitszeit und Material, das nicht verkauft wird, totes Kapital. Die Liquidität leidet, die Mitarbeiterzufriedenheit ebenso und es wird schon fast peinlich, Kollegen, Lieferanten oder gar Kunden das Lager zu zeigen.

Wie also die Herausforderung meistern? Stück für Stück. Fangen Sie mit einem Regal an. Mit einer Kiste. Mit einer Schublade. Nehmen Sie einen Gegenstand nach dem anderen in die Hand und entscheiden Sie, ob dieser einen eigenen Lagerplatz verdient hat, da er häufig gebraucht wird, ob er guten Gewissens und vor allem gut dokumentiert in einem Sammelbehälter landet oder ob er entsorgt werden kann. Wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie die mittlere Variante und schauen Sie nach drei Monaten oder nach einem halben Jahr den Sammelbehälter nochmals durch.

Sobald Sie auf diese Weise die Materialien sortiert haben, erfassen Sie diese direkt in der App. Anschließend drucken Sie für die wichtigen Materialien und die Sammelbehälter Etiketten aus. So weiß direkt jeder Mitarbeiter, was im Lagerort liegt und wo die Materialien gefunden werden.

Diesen Vorgang wiederholen Sie wann immer Sie 15 Minuten Zeit haben. Am besten schnappen Sie sich dafür noch einen Mitarbeiter oder Auszubildenden, um Ihre Gedanken beim Sortieren direkt weiterzugeben. So können Sie die Aufgabe bald weitergeben und die Verantwortung für Ihre Lagerartikel an diejenigen übertragen, die mit diesen täglich arbeiten.

Wenn Sie zum Vorgehen Fragen haben oder persönliche Unterstützung benötigen: Melden Sie sich gerne. Ich habe bereits einige Aufräumaktionen begleitet und unterstütze Sie gerne dabei, Ihren Elefanten fachmännisch zu zerlegen. Und gegen Walnüsse habe ich auch nichts einzuwenden.

Ihr Steffen Grell

Sicherlich haben Sie schon gemerkt, dass die Listen der Webanwendung angepasst werden können. Wenn Sie mit dem Mauszeiger auf eine der Spaltennamen gehen, erscheint das Spaltenmenü. Hier können Sie einerseits die jeweilige Spalte filtern und andererseits auch Spalten aus- und wieder einblenden.

Wenn Sie diese Ansicht jetzt speichern wollen, klicken Sie einfach mit der rechten Maustaste auf die Tabelle und anschließend auf „Aktuelle Ansicht speichern“. Wenn Sie dann das Fenster wechseln und wieder zurück zur Materialliste kommen, wir die Ansicht automatisch wieder geladen.

Das funktioniert bei den meisten Listen. Neben den angezeigten Spalten werden außerdem Filter und Sortierung gespeichert.

Wenn Sie Fragen zu dieser Funktion haben, schreiben Sie gerne einen Kommentar oder eine Email.

Bevor ich anfange – was ist überhaupt „Lager“. Für mich ist all das Lager, was einem physischen Gegenstand eine Heimat bietet. Sei es kurzfristig (zerknülltes Papier im Korb) oder langfristig (Farbe an der Wand). Inhalt dieses Lagers können Dinge zum Verbrauchen sein (Farbe im Eimer), zum Verkaufen (Farbeimer im Verkaufsregal) oder Dinge zum Gebrauchen (Schlüssel, Farbwalze, Regal für Farbeimer). Physische Dinge zum Anfassen. Dinge, die Raum einnehmen, auch wenn er noch so klein ist. Dinge, die verwendet werden, um etwas zu erschaffen. Dinge, die Teil eines anderen Dings werden oder die dabei helfen, Dinge zu verändern.

Materialien. Werkzeuge. Schlüssel.

Gut, streng genommen sind Schlüssel Werkzeuge. Aber so wichtig, dass sie eine eigene Kategorie bekommen.

Ohne Lager kein Unternehmen, so wie ohne Herz kein Mensch. Das Lager gibt dem Unternehmen noch keinen Sinn, aber es bestimmt maßgeblich, wie das Unternehmen seine Arbeit (Kunden glücklich machen, etwas „da draußen“ verändern) verrichten kann. Es pulsiert, nimmt Ware auf und gibt sie wieder frei. Es kann Sicherheit bieten oder verunsichern. Den Arbeitsablauf erleichtern oder erschweren. Motivieren oder entmutigen.

Das Lager wird meist erst dann beachtet, wenn es nicht mehr funktioniert. Wenn Materialien verschwinden, defekte Werkzeuge mit auf die Baustelle genommen und Kundenschlüssel stundenlang gesucht werden. Dann braucht es große Anstrengung, um es zumindest für einige Zeit wieder funktionstüchtig zu machen.

Ein funktionierendes, transparentes Lager gibt Aufschluss über den Zustand eines Unternehmens. Offensichtlich: Liquidität, Warenumschlag, Verschwendung durch Suchzeiten. Weniger offensichtlich: Kundenzufriedenheit, Mitarbeitermotivation und Führungsqualität der Geschäftsführung.

Welchen Stellenwert hat Ihr Lager für Sie? Welchen für Ihre Mitarbeiter? Und was würde sich für Ihr Unternehmen ändern, wenn dieser Stellenwert erhöht würde?